Prüfmittelsysteme

Einteilung der Prüfmittel
Die Einteilung der diversen Magnetpulverprüfmittel erfolgt nach der Art der Kontrasterzeugung.
Man unterscheidet folgende Typen:

I. Fluoreszierend (Anzeige sichtbar unter UV-Strahlung)
II. Nicht-Fluoreszierend (Anzeige sichtbar unter Tageslicht)
III. Tageslicht- und Fluoreszierend.

Bei der stationären Serienprüfung werden vorzugsweise fluoreszierende Prüfmittel eingesetzt. Muss im Freien und / oder ständig an unterschiedlichen Orten geprüft werden, so bieten Prüfmittel mit Tageslichtanzeige Vorteile. Auf die unterschiedliche Empfindlichkeit der Prüfmittel muss hierbei besonders geachtet werden.

Nass- oder Trockenprüfmittel

Bei der Applikation unterscheidet man zwischen den Trocken- sowie den Nassprüfmitteln. Aufgrund der hohen Anforderungen bezüglich der Anzeigeempfindlichkeit und Anwendungssicherheit werden heute meist Nassprüfmittel eingesetzt. Die grobe Körnung der magnetisierbaren Partikel der Trockenprüfmittel (ca. 20 µm - 300µm) schränkt den Anwendungsbereich zusätzlich zur schwierigen Handhabung ein. Bei den Nassprüfmitteln ist die Nachweisempfindlichkeit aufgrund der Korngrößen bis zu 1µm erheblich höher, außerdem könne Additive z.B. für Korrosionsschutz direkt eingearbeitet und müssen nicht separat durch den Anwender hinzugegeben werden.

Trägermedium
Als Trägermedien für das Prüfmittel werden Wasser oder Öl eingesetzt:
Da beim Einsatz von Wasser keine Entsorgungskosten entstehen und der Umgang unproblematischer ist (Geruch, Hautreaktionen), wird nur noch dort mit Öl gearbeitet, wo dies durch die Prüfvorschrift gefordert wird, wenn z.B. extrem korrosionsanfällige Werkstücke verwendet werden oder Teile mit stark öliger Oberfläche geprüft werden müssen.

Lieferform
Nassprüfmittel werden üblicherweise als Fertigkonzentrate angeboten. Diese enthalten neben den ferromagnetischen Partikeln bereits alle Benetzungs- und Korrosionsschutzzusätze und müssen entsprechend Herstellervorschrift verdünnt werden. Hierdurch werden Fehler durch falsche Mischung der Einzelkomponenten weitgehend reduziert. Der Anwender kann durch variieren der Ansatzkonzentration die Anzeigeempfindlichkeit bei Bedarf optimal anpassen.